Graue Zellen

GRAUE ZELLEN
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"Das, was noch geblieben ist, ist klar Es ist das Gefühl, dass da was war. Und auch das Gefühl, dass vieles bleibt und niemals geht. Es ist das Gefühl der Sicherheit, dass man weiß, wo man steht"

Der Name der 1987 gegründeten GRAUE ZELLEN stand und steht seit vielen Jahren und etlichen Tonträgern für eine verdammt gute Punkband.

Niemand der/die sich je mit (deutschsprachigem) PunkRock und/oder Hardcore beschäftigt hat, konnte an den vier Rendsburgern (Kai Jetter: Schlagzeug, Jan Jetter: Gesang, Knuth Josten: Gitarre, Thomas Rautenberg: Bass) vorbei kommen. Jeder, der/die je eine Platte von GRAUE ZELLEN hören, oder sogar ein Konzert von ihnen besuchen durfte, wird diese Aussage unterschreiben können. Selten gab es eine Band, die so energiegeladen und gleichzeitig sympathisch auf der Bühne rüberkam. Wie kaum eine andere Band schaffen es die vier eine Mischung aus eingängigem, melodischen, aber dennoch druckvollem und eigenständigem PunkRock und einer textlichen Brillanz (ob nun persönlicher oder politischer Art) abzuliefern, die ihresgleichen sucht.

"Ramme einen Pfahl in die dahin schießende Zeit"

Spätestens mit der im März `98 erschienen LP/CD "Nichts bleibt stehen" schaffte die Band den Sprung in die Top 10 des (deutschsprachigen) PunkRocks. Widmeten sich die vier bis dato noch hautsächlich dem Genre des Hardcores, wendeten sie sich dann mehr hin zum songorientierten PunkRock in dem auch mal leisere Zwischentöne erlaubt waren. Den verdienten Lohn erhielten sie nicht nur durch die besten Besprechungen der Fachpresse, die sie auf eine Stufe mit Bands wie DACKELBLUT und ...BUT ALIVE setzte, sondern auch mit ihrer bis dato besten Platte.

"Den Stillstand nicht ertragen, immer weiter willst Du gehen"

Stringenterweise gibt es auch mit dem letzten Tonträger, der LP/CD namens "Krauts" (erschien 2000 hier bei RodRec) eine Weiterentwicklung, denn nach wie vor besitzt die alte PunkRockweisheit "The Only Constant Thing Is Change" 100% Wahrheitsgehalt. So haben sich GRAUE ZELLEN noch mehr dem Songwriting verschrieben und das macht Sinn, denn auch Punker sind einfach nur auf der Suche nach dem perfekten (Pop-)Song. Und die Herren aus Norddeutschland sind genau diesem ganz dicht auf der Spur! Textlich bleibt alles beim Alten und das ist gut, denn da waren GRAUE ZELLEN schon immer führend, ob knallhart und politisch (wie z.B. im Titelsong) oder offensiv und persönlich (z.B. "Dieser Sommer" oder "Einer von denen") oder oder oder. Immer sind verschiedene Ebenen im Spiel, so dass neben der offensichtlich scheinenden Aussage, auch immer noch Platz für persönliche Interpretationen des Hörers/der Hörerin bleibt. Altbewährt ist auch die Zusammenarbeit mit Christian Mevs (Slime), der es schaffte diese der Band wohl sehr am Herzen liegende Platte - und das ist nicht nur in den liebevollen Einzelheiten zu spüren - perfekt zu produzieren.

"Der Drang nach mehr macht Mut"

Bands wie GRAUE ZELLEN braucht gerade die BRD ("Deutschland ist ein Arschloch"), denn sie sind eine der wenigen die auf der einen Seite dieses enorm wichtige Politverständnis, die notwendige Ernsthaftigkeit und private Selbstbetrachtungen mit Spaß und Humor, der sich ruhig auch mal gegen einen selbst richten darf, verbinden.

Für viele völlig überraschend kam dann im Frühjahr 2001 das Ende der Band. Die Hoffnungen einer baldigen Reunion ließ ganze 12 Jahre auf sich warten: Im September 2013 traten die vier erstmals wieder auf: beim 40-Jährigen Jubiläum des selbstverwalteten Zentrums T-Stube in Rendsburg traten sie an zwei Abenden vor ausverkauftem Haus zu zwei umjubelten Konzerten auf.

Die Blogger von dremufuestias.de beschreiben die Konzerte treffend:

"Und dann war es soweit...GRAUE ZELLEN! Nach 12 Jahren! Ich war einer von vielen an diesen Abenden, die auch damals beim Abschiedskonzert dabei waren und die nun so unendlich heiß auf ihre (kurze) Wiederkehr waren. So weit mich mein Erinnerungsvermögen nicht trügt, war "Andere Zeit" auch der Startschuss eines Gigs voller Emotionen. Aber dazu später mehr. Sämtliche Zweifel, dass sie es noch bringen oder noch schlimmer gar peinlich sein könnten (wie im Moment so viele Comebacker...), waren von Sekunde eins dahin! Wie geil die live immer noch sind! Voller Energie und wie junge Hüpfer wurde alles gegeben, rausposaunt, Gestik und Mimik waren wie eh und je mitreißend und beeindruckend. Ansagen und viele Texte zeigten, dass all der Scheiß auch heute leider noch immer der gleiche Scheiß is. Nee, warte, einige Sachen sind unglaublicherweise sogar noch beschissener geworden! Vor aktuellem Hintergrund is demnach das Hinterfragen, das Beibehalten des DIY-Ethos´ und das Aufnehmen deren vorhandenen Strukturen, allgemein das Bewusstsein von Missständen und das Nichtakzeptieren dieser aktueller denn je ("Wir schreien es raus: nach vorne gehen!" passt immer noch!). Ich war wirklich euphorisiert wie lange nicht"

"Danach allenthalben mega glückliche Menschen. Dankbar, dass nochmal gesehen haben zu dürfen. Wortfetzen wie "krasse Scheiße", "erste Punkband in meinem Leben", "ohne die wäre ich jetzt Suppenkasper", "fast das wichtigste für mich", "aufgewachsen mit" konnte man doch oft hören. Ohne das jetzt nostalgisch zu verklären war das wohl auch der Grund, warum diese beiden Tage so geil waren. Da stand nicht einfach nur eine Band auf der Bühne, die gute Mucke macht. Sondern darüber hinaus einfach nur wichtige und vor allem mit Inhalten gefüllte Bausteine für viele lieferten. Ich kann das alles irgendwie gar nicht in Worte fassen ohne spackig oder pathetisch zu wirken. Vielleicht sahen das auch einige anders, aber bei beiden Konzerten liefen in mir wie im Film so viele Sachen ab und ich fühlte mich an Situationen/Emotionen von damals zurückversetzt als ich die GRAUE ZELLEN entdeckte. Das gelingt und passiert nicht bei vielen Bands. Und anscheinend war das für viele Personen ähnlich."
Bleibt zu hoffen, dass diesem euphorischen Abend noch weitere folgen werden...

Die aktuellsten Informationen und massig Fotos und Videos könnt ihr auf der Facebook-Seite von GRAUE ZELLEN finden. 

GRAUE ZELLEN - KRAUTS
GRAUE ZELLEN - NICHTS BLEIBT STEHEN
GRAUE ZELLEN - VORAN INS GESTERN